
Über Laura Siebeck
Von Dr. Brigitte Reinhardt
ehemalige Direktorin des Ulmer Museums
Schläft ein Lied in allen Dingen
Laura Siebecks Bilder suggerieren räumliche Weite, sie vermitteln Bewegung und Ruhe zugleich.
Mit hohem ästhetischen Gefühl setzt die Künstlerin vielgestaltige flächige Formen in monochrom differenzierten Bildgrund. Die Freude des Findens und Variierens von Farb- und Form-Nuancen ist im Spannungsverhältnis der Komposition spürbar. Ihre Intensität überträgt sich auf den Betrachter, regt zu komplexer Wahrnehmung an und bereichert das individuelle Empfinden.
Die Bilder entstehen in einer neuartigen Kombination von digitalem und analogem künstlerischem Material. Ausgangspunkt von Siebecks bildnerischen Ideen sind nicht beachtete, als banal und unattraktiv empfundene Alltags-Objekte. Die Künstlerin entdeckt in ihnen verborgen schlummernde Details, die sie faszinieren und die in ihr innere Bilder aufsteigen lassen. Zahlreiche Fotos verdichten diese digital zu einer endgültigen Essenz. Analog collagierte flimmernde Versatzstücke binden Licht in die Fläche, verstärken ein illusionistisches Schweben, den Eindruck von unendlichem Raum, von unendlicher Freiheit.
Die gebürtige Stuttgarterin bildete sich künstlerisch an der Hamburger Akademie JAK aus und war zunächst für verschiedene Unternehmen als Designerin tätig. Sie lebt als freiberufliche Künstlerin in Hamburg.
Wünschelrute
Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort
und die Welt hebt an zu singen.
Triffst du nur das Zauberwort.
Joseph von Eichendorff, 1835
